Über das Projekt



Die Idee entstand in einer schlaflosen Nacht. Unsere Initiantin Simone Mayer verfolgte die Nachrichten und sah, wie das Corona Virus immer mehr die Überhand nahm. Ihr war sofort klar, dass sich daran so schnell nichts ändern wird. Der Bundesrat empfiehlt älteren und der Risikogruppe angehörigen Menschen, sich nur wenn nötig aus dem Haus zu begeben. 

Die Hamsterkäufe nahmen zu und für die ältere Bevölkerung blieb meist wenig bis nichts mehr in den Regalen stehen.

 

Nachdem sie in einem Lebensmittelgeschäft mitansehen musste, wie eine ältere Frau vor einem leeren Regal stand, war ihr klar: So etwas darf nicht passieren! Diese Frau wird wohl kaum mit dem Auto rumfahren und nach dem gewünschten Produkt suchen können. Darum beschloss Simone am 13. März 2020 eine Gruppe zu gründen, welche Menschen zusammenbringen soll, die andere dabei unterstützen im Alltag. 

 

Um 00:30 eröffnete sie die Facebook-Gruppe und wartete ab. Und dann ging plötzlich alles ganz schnell. Die Gruppe wuchs rasant und Simone stellte fest, dass sie das nicht alleine schaffen würde. Also machte sie einen Aufruf und fand 5 Mädels aus allen Ecken des Kantons. Schnell konnten sie sich organisieren. Eine Mediensprecherin wurde ernannt, Flyer wurden gestaltet und auf den sozialen Medien verbreitet und auch in Lebensmittelgeschäften, Metzgereien, Bäckereien, Apotheken und Drogerien fanden die Flyer ihren Platz. Schon bald kam der erste Auftrag. Eine Familie mit zwei kranken Kindern benötigte einen Einkauf. Umgehend wurde ein Aufruf gestartet in der Facebookgruppe, die am Samstag Morgen (14.03.20) noch keine 200 Helfer beinhaltete. Trotzdem war der Auftrag im Nu vergeben. 

 

Übers Wochenende kamen immer mehr Freiwillige dazu. Die Gruppe wurde geteilt und beworben. Und am Montag kam der erste Pressebericht. Von da an ging es Schlag auf Schlag, die Telefone brannten. Nicht alle Aufträge schaffen es als Aufruf in die Gruppe. Gartenarbeiten wie Hecken schneiden oder grössere Geldbeträge von der Bank abholen wurden und werden strikt abgelehnt. Zum Einen das Projekt keine Gratisarbeiter vermittelt und zum Anderen wird aus Sicherheitsgründen nicht mit hohen Geldbeträgen zwischen Klient*in und Helfer*in gehandelt. 

 

Die Presse wurde auf die Gruppe rasch aufmerksam. Radiosender und ausnahmslos alle Lokalzeitungen berichteten. Der Ansturm nahm zu. Noch mehr Helfer*innen meldeten sich. Nach vier Tagen war die Zahl auf 1'300 Freiwillige angestiegen. Die Resonanz war und ist durchs Band positiv. 

 

Inzwischen wurden auch Stellen wie die Seelsorge auf "Kanton Schwyz hilft" aufmerksam und boten die Zusammenarbeit an. Auch viele Detailhändler und Restaurants schliessen sich mit einem Take Away Angebot oder einem Lieferservice an. 

 

Die Flyer für "Kanton Schwyz hilft" werden kostenlos von Banken, Busbetrieben und Arztpraxen über die Bildschirme geschickt. Das ist eine grosse Hilfe. Denn finanzielle Möglichkeiten stehen kaum zur Verfügung. Alle Koordinatorinnen machen die Aufgabe als solche ehrenamtlich und nebenberuflich, da alle berufstätig sind. 

 

Ein Fernziel ist es, dieses Projekt auch nach der Corona-Pandemie in einem etwas kleineren Rahmen weiterzuführen. Oft bekommen die Koordinatorinnen zu hören, wie schön es wäre, wenn diese Möglichkeit immer bestünde. 

 

Mit Herzblut wird das Projekt der sechs Frauen, Simone Mayer, Sabrina Garbin, Patricia Irniger, Vanja Harter, Nadja Siesto und Manuela Harter nun aufgebaut und betreut. Unter den Frauen sind Mütter, Pflegefachfrau HF, Geschäftsfrauen und Familienfrauen. Eine wertvolle Mischung aus tollen und bunten Menschen für andere tolle und bunte Menschen.